Häufig gestellte Fragen

Im Folgenden finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu MBCL im Allgemeinen sowie Fragen zur Supervision im Rahmen der MBCL-Zertifizierung.

Allgemeine Fragen zu MBCL

Gibt es formale Richtlinien die ich beachten muss, wenn ich MBCL-Gruppenkurse unterrichte?

Solange es auf internationaler Ebene keine formellen Richtlinien gibt, können die ´Good Practice Guidelines for Teaching Mindfulness-Based Courses´, die von der BAMBA, der British Association of Mindfulness-Based Approaches, formuliert wurden, als Leitlinien dienen.

Hier finden Sie die BAMBA-Good-Practice-Leitlinien.

Kann ich an einem MBCL-Einführungskurs teilnehmen, ohne vorher ein grundlegendes Achtsamkeitstraining wie z.B. MBSR oder MBCT absolviert zu haben?

MBCL wurde als Follow-Up-Programm für Menschen entwickelt, die die heilsame Wirkung der Achtsamkeit mit expliziten Mitgefühlsübungen vertiefen möchten. MBCL baut auf dem auf, was Sie bereits in MBSR, MBCT oder anderen anerkannten achtsamkeitsbasierten Programmen (Mindfulness-Based Programs, MBP) gelernt haben. Voraussetzung für die Teilnahme an einem MBCL-Kurs ist daher eine fundierte eigene Achtsamkeitspraxis.

Ich möchte an einer MBCL-Weiterbildung teilnehmen und habe bereits einen MBCL-Einführungskurs besucht. Ich möchte jedoch nur für mich selbst an der Weiterbildung teilnehmen und nicht mit dem Wunsch, später MBCL-Gruppenkurse zu unterrichten. Ist das möglich?

Ja, das ist völlig in Ordnung.

Wenn Sie Ihre persönliche Achtsamkeits- und Mitgefühlspraxis nach der Teilnahme an einem MBCL-Einführungskurs weiter vertiefen möchten, sind Sie herzlich eingeladen an einer MBCL-Weiterbildung teilzunehmen.

Fokussiert sich MBCL besonders auf die Entwicklung von Selbstmitgefühl oder zielt es auch darauf ab, Mitgefühl für andere zu entwickeln?

Im Rahmen von MBCL ist die Entwicklung von Selbstmitgefühl ein wichtiger Ausgangspunkt. Darauf aufbauend lernen die Teilnehmenden jedoch auch Übungen kennen, die es ihnen ermöglichen, den Kreis des Mitgefühls auszuweiten und andere Wesen und den gesamten Planeten einzubeziehen. Die angebotenen Übungen sind jedoch immer Einladungen und die Teilnehmenden können erkunden, wie weit sie diesen Einladungen folgen möchten. Sie können jederzeit zum Mitgefühl für sich selbst zurückkehren.

Ich habe ein grundlegendes Achtsamkeitstraining und auch einen MBCL-Einführungskurs absolviert. Ich arbeite beruflich mit Menschen, jedoch nicht als zertifizierter MBSR-/MBCT-Lehrer. Wäre die Teilnahme an einer MBCL-Weiterbildung für mich trotzdem von Nutzen?

Auch Fachkräfte im Gesundheitswesen, Therapeut*innen, Coaches oder andere Fachleute, die keine zertifizierten Achtsamkeitslehr*innen sind, können von der Teilnahme an der MBCL-Weiterbildung profitieren. Die Weiterbildung unterstützt sie dabei, ihre Fähigkeiten in achtsamkeitsbasierten und mitgefühlsorientierten Interventionen zu erweitern und ihre therapeutischen Fähigkeiten in der Einzel- oder Gruppenarbeit im Rahmen der ethischen Leitlinien ihres Berufs zu stärken.

Nach der Teilnahme an der Weiterbildung können Sie diese (therapeutischen) Fähigkeiten in die Einzel- oder Gruppenarbeit in Ihrem beruflichen Kontext integrieren.

Wenn Sie möchten, registrieren wir Sie auf https://www.mbcl-international.net/mbcl-teachers/ als ‘MBCL Professional’.

Ich bin im Ruhestand. Ist es noch sinnvoll für mich, an einer MBCL-Weiterbildung teilzunehmen?

Ja, denn unsere persönliche Entwicklung hört auch nach der Pensionierung nie auf. Die MBCL-Weiterbildung kann dann in Bereichen, wie z.B. in der ehrenamtlichen Arbeit oder in Ihrem Familien- und Freundeskreis, wertvoll sein.

Was ist der Unterschied zwischen MBCL und Mindful Self-Compassion (MSC)?

Sowohl Mindfulness-Based Compassionate Living (MBCL) als auch Mindful Self Compassion (MSC) werden zunehmend in verschiedenen Teilen der Welt angeboten. Grundsätzlich ist MBCL als Follow-Up-Training und MSC als eigenständiges Training konzipiert.

Wenn Sie mehr über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von MBCL und MSC erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.

FAQ zur Supervision im Rahmen der MBCL-Zertifizierung

Wie werde ich ein zertifizierter MBCL-Lehrer, bzw. eine zertifizierte MBCL-Lehrerin?

Um zertifizierte*r MBCL-Lehrer*in zu werden und in das internationale Register für zertifizierte MBCL-Lehrende auf dieser Website aufgenommen zu werden, müssen Sie zunächst erfolgreich an einer MBCL-Weiterbildung teilgenommen haben. Daran anschließend unterrichten Sie einen MBCL-Zertifizierungskurs mit einer Gruppe von mindestens vier Teilnehmenden und einem Minimum von drei Stunden begleitender Supervision. Ziel der Supervision ist es, die Supervisand*innen so beim Unterrichten von MBCL zu unterstützen, dass sie den Kurs im Anschluss eigenverantwortlich anbieten können.

Gibt es formale Leitlinien an denen sich die MBCL-Supervisor*innen orientieren, wenn sie Supervision anbieten?

Solange es auf internationaler Ebene noch keine formellen Richtlinien gibt, dienen die ´Good Practice Guidelines for Supervisors of Mindfulness-Based Teachers´, die von der BAMBA (British Association of Mindfulness-Based Approaches) formuliert wurden, als Richtlinien für MBCL-Supervisor*innen.

Klicken Sie hier für mehr Informationen über die BAMBA-Good Practice Guidelines.

Wie müssen sich die Supervisand*innen auf die Supervisionssitzungen vorbereiten?

Der Supervisor oder die Supervisorin kann den/die Supervisand*in bitten, spätestens 2-3 Tage vor einer geplanten Supervisionssitzung spezifische Fragen und/oder Themen für die Reflexion per E-Mail zu senden. Bei der zweiten und dritten Sitzung können die Supervisand*innen auch gebeten werden, eine kurze schriftliche Reflexion zu den Erkenntnissen aus dem vorangegangenen Sitzungen und ihrer Anwendung in den Kurssitzungen zu verfassen.

Über welche Themen kann in der MBCL-Supervision reflektieren?

Supervisees können selbst Themen in die Supervision einbringen und sich dabei an ihren Lernbedürfnissen orientieren. Crane et al. (2012) haben im MBI-TAC insgesamt sechs Kompetenzbereiche beschrieben. Diese sind vollständig auf das MBCL-Programm übertragbar und können in der Supervision eine wertvolle Ressource sein.

  • Planung und Organisation des MBCL-Programms in einem für die Zielgruppe angemessenen Tempo.
  • Beziehungsfähigkeiten.
  • Verkörperung von Achtsamkeit und Mitgefühl (Embodiment).
  • Anleitung von MBCL-Übungen.
  • Vermittlung von MBCL-Themen durch interaktive Inquiry (achtsamer Dialog) und didaktisches Unterrichten.
  • Förderung einer sicheren Lernatmosphäre und eines konstruktiven Lernumfelds (Holding).

Die vollständige Version des MBI-TAC und die letzten Updates finden Sie hier.

Gibt es am Ende des MBCL-Supervisionsprozesses eine formale Beurteilung?

Da die Supervisand*innen bereits einen Zertifizierungsprozess für achtsamkeitsbasiertes Unterrichten durchlaufen haben, findet am Ende des MBCL-Supervisionsprozesses keine formale Bewertung statt.

Zertifizierte Achtsamkeitslehrende werden als kompetent betrachtet, selbst zu beurteilen, wann sie neue achtsamkeitsbasierte Interventionen in ihr Repertoire aufnehmen können. Aufgrund des Eindrucks, den die Supervisoren im Rahmen der MBCL-Supervision von einem Supervisanden, bzw. einer Supervisandin gewonnen haben, können sie jedoch Empfehlungen aussprechen.

Bei Zweifeln an der Kompetenz eines Supervisees wird der Supervisor/die Supervisorin diese rechtzeitig mit ihm/ ihr besprechen. Der Supervisor/die Supervisorin kann dann zusätzliche Weiterbildung, Übungspraxis und/oder Supervision empfehlen. In Absprache mit dem Supervisee kann der/die Supervisor*in auch Frits Koster oder Erik van den Brink oder andere erfahrene MBCL-Dozent*innen um Rat fragen.

Was wird die Supervisorin/der Supervisor mir in Rechnung stellen?

Es ist kein festes Honorar vorgeschrieben, da es in den verschiedenen Ländern erhebliche Unterschiede hinsichtlich dessen gibt, was als üblich und angemessen betrachtet wird. Die Supervisor*innen orientieren sich an den von ihren nationalen Achtsamkeitslehrerverbänden empfohlenen Honorarsätzen. Vertragliche Vereinbarungen und Rahmenbedingungen für die Rechnungsstellung müssen individuell mit dem Supervisor*innen besprochen werden.

Wie kann ich in das internationale Register für zertifizierte MBCL-Lehrende aufgenommen werden?

Nach erfolgreichem Abschluss des MBCL-Zertifizierungskurses, und mindestens drei einstündigen begleitenden Supervisionssitzungen, wird der Supervisor/die Supervisorin eine E-Mail an die zuständige Koordinatorin Jana Willms (info@achtsamkeit-willms.de) und in CC an den Supervisanden/die Supervisandin schicken. In dieser spricht er oder sie die Empfehlung aus, den/die Supervisand*in in das Internationale Register für zertifizierte MBCL-Lehrende aufzunehmen.

Der/Die Supervisand*in sendet dann eine entsprechende E-Mail an die zuständige Koordinatorin Jana Willms (info@achtsamkeit-willms.de), in der er/sie um die Aufnahme in das internationale Register bittet und eine Kontaktmöglichkeit (Website, E-Mail oder pdf-Datei) angibt, um im Register veröffentlicht zu werden. Der E-Mail muss die Kopie eines Dokuments oder der Link zu einem anerkannten Achtsamkeitsinstitut beigefügt sein aus dem hervorgeht, dass der/die Supervisand*in zertifiziert ist, MBSR, MBCT oder ein anderes anerkanntes achtsamkeitsbasiertes Programm zu unterrichten. Zusätzlich muss eine Kopie der Teilnahmebescheinigung an der MBCL-Weiterbildung beigefügt werden.

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